FAQs

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Fragen vor Behandlungsbeginn

Was ist eigentlich Kieferorthopädie?

Was ist Kieferorthopädie? Und warum ist es wichtig und notwendig, Fehlstände der Zähne und der Kiefer behandeln zu lassen? Kieferorthopädie In der Anfangszeit der Zahnregulierungen konnten nur einzelne Zähne „reguliert“, also gerade gestellt werden. Später kam die Korrektur der Kieferstellung (Vor-/Rückbisse) sowie ganzer Zahnbögen dazu, man sprach von der Korrektur von Gebissanomalien oder Dysgnathien. Mit der Einführung sog. “funktionskieferorthopädischer Apparaturen” und somit eines ganzheitlicheren Denkansatzes im Gegensatz zum rein mechanischen „Verschieben“ von Zähnen, wurde das Behandlungsziel auf eine Harmonisierung des gesamten Systems mit Zähnen, Knochen, Kiefergelenk, Muskeln, Weichgeweben etc. ausgedehnt, es wird also das gesamte sog. „orofaziale System“ behandelt. Notwendigkeit einer kieferorthopädischen Behandlung Eine kieferorthopädische Behandlung hat also viel komplexere Zielsetzungen als die einfache kosmetische Korrektur auffälliger Zahn- oder Kieferfehlstellungen. Heute herrscht kein Zweifel mehr, dass eine falsche Zahnstellung, falsche Okklusionsbeziehungen und die damit einhergehenden Dysfunktionen (Kiefergelenk, Muskeln etc.) zur Ausbildung einer sog. „Cranio-mandibulären Dysfunktion“ (CMD-Syndrom) führen können. Dieses CMD-Syndrom verursacht dauerhafte Schmerzen und Beschwerden wie z.B. Kiefergelenksbeschwerden, Gesichtsschmerz, Kopfschmerzen oder das HWS-Syndrom. Die Behandlungsnotwendigkeit von Zahn- und Kieferfehlstellungen hat also seine Gründe hauptsächlich in einer „Normalisierung“ der Funktion des gesamten Systems. Aber – seien wir ehrlich – uns Kieferorthopäden und auch unsere Patienten freut es sehr, dass eine „funktionelle“ Zahn- und Kieferstellung auch immer eine schöne Zahnstellung ist.

Wann sollten ich oder mein Kind einen Kieferorthopäden aufsuchen?

Den meisten unserer Patienten wird durch den Hauszahnarzt zu einer kieferorthopädischen Beratung und ggf. Behandlung geraten. Manchmal sind es auch die Eltern oder der Patient selbst, welche eine Untersuchung durch den kieferorthopädischen Fachzahnarzt wünschen.

Gerade in diesen Fällen herrscht oft große Unsicherheit über den richtigen Zeitpunkt, zu dem man den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie erstmals aufsuchen sollte:

  • Kinder bis zum abgeschlossenen Milchgebiss (1 bis ca. 6Jahre)
  • Kinder vom 6. bis zum 10. Lebensjahr
  • Kieferorthopädische Hauptbehandlungsphase (ca. 10. bis 14. Lebensjahr)
  • Kieferorthopädische Erwachsenenbehandlung

 Kinder bis zum abgeschlossenen Milchgebiß (1 bis ca. 6Jahre) Von Sonderfällen abgesehen (Syndrome, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten etc.), welche durch die beteiligten Fachärzte (Kinderärzte, Kieferchirurgen etc.) einer kieferorthopädischen Therapie zugeleitet werden, gibt es hauptsächlich zwei Gründe, mit Kleinkindern den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie aufzusuchen. Zum einen handelt es sich um das Abstellen eines sog. „Lutschhabits“, also ein Fingerlutschen oder das Tragen eines Schnullers über das 3. Lebensjahr hinaus, zum anderen um die Korrektur erheblicher Vorbisse (sog. Progenien). Kinder vom 6. bis zum 10. Lebensjahr Während dieser Zeitspanne werden Fachzahnärzte für Kieferorthopädie in der Hauptsache vorbeugend korrigierend eingreifen, man spricht von sog. „interzeptiven kieferorthopädischen Behandlungen“. Therapiert werden sämtliche Formen von Asymmetrien, meist ausgelöst durch sog. Kreuzbisse, dann ausgeprägte Fehlbisse (Vor- oder Rückbisse), Folgen vorzeigen Milchzahnverlustes (extremer Platzmangel) sowie Dysfunktionen wie falsche Schluckmuster etc. Kieferorthopädische Hauptbehandlungsphase (ca. 10. bis 14. Lebensjahr) Die meisten Jugendlichen, bei denen Hinweise zur Notwendigkeit einer kieferorthopädischen Behandlung bestehen, sollten zu Beginn dieses Zeitraums in der kieferorthopädischen Fachzahnarztpraxis vorgestellt werden. Die Mädchen etwas früher (10. – 11. Lebensjahr), die männlichen Jugendlichen (ca. 11. – 12. Lebensjahr) etwas später, da die jugendliche Hauptwachstumsphase bei den Mädchen etwas früher einsetzt und auch schneller durchlaufen wird. Eine kieferorthopädische Erstuntersuchung zu einem späteren Zeitpunkt muss kein Problem darstellen, kann aber dazu führen, dass dem Kieferorthopäden mit Abschluss der Hauptwachstumsphase einige therapeutische Möglichkeiten nicht mehr zur Verfügung stehen. Ein weiterer Vorteil der Wahl dieses Zeitpunktes besteht darin, dass die überwiegende Mehrheit der kieferorthopädisch behandelten Jugendlichen dieser Altersgruppe angehört, das Tragen einer Zahnspange zu diesem Zeitpunkt für die Jugendlichen also kaum ein Problem darstellt. Kieferorthopädische Erwachsenenbehandlung Die Besonderheit bei der kieferorthopädischen Behandlung Erwachsener lässt sich vereinfacht so beschreiben: bei der Therapie von Kindern und Jugendlichen kann der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie das Wachstum der Kiefer beeinflussen (also die Stellung der Kiefer zueinander: Vor- oder Rückbiß etc.) und die Zähne im Knochen bewegen, also die Zahnstellung verändern. Bei erwachsenen Patienten lassen sich alle Zahnbewegungen – wie bei den Jugendlichen – durchführen, Abweichungen der Kiefer zueinander sind jedoch – da kein ausreichendes Wachstum mehr vorhanden ist – nur noch selten und auch nur in geringerem Umfang zu erzielen. Weitere Unterschiede bestehen darin, dass die Zahnbewegungen bei Erwachsenen etwas mehr Zeit beanspruchen, die Behandlungen also mitunter etwas länger dauern, die Unannehmlichkeiten zu Beginn der Behandlung mit festsitzenden Apparaturen (Multiband- oder Multibracketapparaturen) ebenfalls etwas länger anhalten (bis zu 2 Wochen) und auch die Stabilisierungsphase nach Abschluss der aktiven Behandlung in der Regel ausgedehnter sein muss.

Benötige ich für eine kieferorthopädische Behandlung eine Überweisung?

Nein. Sie können jederzeit einen Termin vereinbaren, wenn Sie für sich oder Ihr Kind eine kieferorthopädische Behandlung wünschen.

Ist mein Kieferorthopäde auch Zahnarzt - wo liegen die Unterschiede?

Grundsätzlich steht nach der deutschen Approbationsordnung jedem Zahnarzt das gesamte Spektrum der Zahnmedizin offen. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der postgraduierten Aus- und Weiterbildung für das Fachgebiet der Kieferorthopädie weisen allerdings erhebliche Unterschiede auf.

Ausbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie bzw. zum Kieferorthopäden

Kieferorthopäden sind auf Kieferorthopädie spezialisierte Fachzahnärzte.

In Deutschland führen sie zwei verschiedene Berufsbezeichnungen: entweder “Kieferorthopäde/-in” oder “Fachzahnarzt/Fachzahnärztin für Kieferorthopädie”.

Kieferorthopäden absolvieren in Deutschland zunächst ein vollständiges Studium der Zahnmedizin, das fünfeinhalb Jahre dauert. Danach und vor Beginn der speziellen Weiterbildung ist in den meisten Bundesländern (z.B. in Bayern) ein Jahr Tätigkeit als Allgemeinzahnarzt vorgeschrieben. Die sich anschließende Facharztausbildung dauert weitere drei Jahre. Diese drei Jahre können komplett an der kieferorthopädischen Abteilung einer Universitäts-Zahnklinik verbracht werden oder es wird ein Teil der Zeit an einer kieferorthopädischen Praxis mit Weiterbildungsberechtigung absolviert. Mindestens ein Jahr Ausbildung an einer Universitäts-Zahnklinik ist jedoch in jedem Fall erforderlich.

Die Ausbildung endet mit der Facharztprüfung zum Kieferorthopäden.

Master of Science Kieferorthopädie

Durch den überstürzt eingeführten Bologna-Prozess – eine Vereinheitlichung der Studiengänge und -abschlüsse in Europa – wurde es möglich, dass verschiedene Universitäten und Privatuniversitäten die Ausbildung zum Master of Science (M.Sc.) Kieferorthopädie anbieten. Der Master of Science Kieferorthopädie kann – wochenend- oder blockweise – berufsbegleitend erworben werden.

Zahnarzt mit Schwerpunkt Kieferorthopädie

Nach Abschluss des Zahnmedizinstudiums ist jeder Zahnarzt berechtigt – in den von der jeweiligen Landeszahnärztekammer bestimmten Grenzen – einen oder mehrere Tätigkeitsschwerpunkte zu definieren, so auch den „Zahnarzt Schwerpunkt Kieferorthopädie“.

Zu Ihrer besseren Information und um Ihnen die Wahl Ihres Behandlers zu erleichtern, hier die offizielle Suchmaschine des BDK (Bund deutscher Kieferorthopäden): Kieferorthopäden-Suche.

Was passiert bei meinem ersten Termin?

Nach der Terminvereinbarung sollten Sie möglichst bereits vorhandene relevante zahnärztliche Unterlagen (z.B. Modelle, Röntgenbilder etc.) für den Termin in unserer Praxis zusammenstellen und mitbringen. Nach dem Ausfüllen des Aufnahmeformulars (auch “online” möglich) erfolgt eine sorgfältige klinische zahnärztliche und kieferorthopädische Untersuchung.  Wird eine Behandlungsbedürftigkeit festgestellt, so wird auch der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns festgelegt. Soll die Behandlung zum jetzigen Zeitpunkt begonnen werden, so werden die notwendigen diagnostischen Unterlagen (Modelle, Röntgenbilder und Fotos) angefertigt und ein Behandlungsplan zusammen mit einem Kostenvoranschlag für Sie und/oder Ihren Versicherer erstellt. Soll die Behandlung erst zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden, so nehmen wir Sie in unseren sog. „Recall“ auf, das heißt, die weitere Entwicklung des Kauorgans wird in regelmäßigen Abständen durch uns überwacht, um so den idealen Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn festzulegen. In jedem Fall wird Ihr Hauszahnarzt durch uns über die notwendige Therapie benachrichtigt.

Warum werden vor der Behandlung Kiefermodelle, Röntgenbilder, Fotos etc. angefertigt?

Um das Ziel der Behandlung festlegen und um sagen zu können, mit welchen Behandlungsmaßnahmen und –mitteln („Spangen“) dieses Ziel erreicht werden kann, wird ein Behandlungsplan erstellt. Dazu ist eine umfangreiche und sorgfältige Diagnostik erforderlich.

Klinische Untersuchung des Patienten

Zähne, Zahnfleisch, Lippen- und Kaumuskulatur („manuelle Funktionsanalyse“), Zungenlage und -funktion werden untersucht und dokumentiert.

Modellanalyse

Es werden Abdrücke genommen und Kiefermodelle angefertigt. Diese werden dann computergestützt vermessen und individuell beurteilt.

Röntgenanalyse (Digitales Röntgen)

In unserer Praxis werden bereits seit dem Jahr 2004 sämtliche Röntgenaufnahmen im digitalen Röntgenverfahren hergestellt. Dieses Verfahren ermöglicht die Anfertigung von Aufnahmen mit hoher Tiefenschärfe bei sehr geringer Strahlenbelastung.

Die Röntgenbilder werden vermessen und die erhaltenen Ergebnisse – wie bei der Modellanalyse – computergestützt (Sidexis und/oder ComputerKonkret) ausgewertet und interpretiert.

Fotoanalyse

Es werden digitale en-Face- und Profilfotos angefertigt, vermessen und dokumentiert.

Behandlungsplan

All diese bei der Auswertung der diagnostischen Unterlagen gewonnenen Erkenntnisse spielen bei der Planung Ihrer Behandlung eine große Rolle. Die letztendliche Entscheidung über die für Sie beste Therapie treffen wir aus der Erfahrung tausender erfolgreich behandelter Patienten heraus. Das Vorgehen stimmen wir dann gemeinsam mit Ihnen ab.

Wie lange dauert meine kieferorthopädische Behandlung und worauf habe ich mich einzustellen?

Behandlung und Behandlungsdauer Eine kieferorthopädische Behandlung ist im Grundsatz immer in zwei Hauptbehandlungsabschnitte aufgeteilt: in die sog. „aktive Behandlung“, das bedeutet, die Behandlungsphase, in der Zähne bzw. Kiefer bewegt oder verändert werden und in die sog. „Retentionsphase“ , während der das erreichte Behandlungsergebnis stabilisiert wird. Wir sprechen daher auch gerne von der sog. „Stabilisierungsphase“. Durchschnittlich geht man bei einer vollständigen kieferorthopädischen Therapie von einer Gesamtbehandlungsdauer von ca. 3 Jahren aus. Die aktive Behandlung erstreckt sich meist über gut 2 Jahre, die sich anschließende Retentionsphase dauert in der Regel ca. ein ¾ Jahr bis 1 Jahr (bei erwachsenen Patienten etwas länger). Die Zeitintervalle zwischen den Terminen liegen während der aktiven Behandlung meist bei 4-5 Wochen, während der Retentionsphase bei 6-8 Wochen. Aktive Behandlung Die sensibelste Frage bei kieferorthopädischen Behandlungen ist stets die Beurteilung, ob bleibende Zähne extrahiert werden müssen. Dabei spielt häufig nicht der Ausgangsbefund (Platzmangel), sondern eher die Frage der Stabilität des Behandlungsergebnisses nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung die entscheidende Rolle. In unserer Praxis versuchen wir, die bleibenden Zähne „wann immer es geht“ zu erhalten. Dies stellt große Anforderungen sowohl an die Kunst des Behandlers als auch an die Mitarbeit des Patienten. Ein weiteres sensibles Problem ist die Vorgehensweise beim Fehlen einzelner oder mehrerer Zähne (Nichtanlagen). Häufig wird versucht, derartige Lücken v.a. im Seitenzahnbereich kieferorthopädisch zu schließen. Oftmals empfehlen wir aber auch, meist aus kosmetischen Gründen, v.a. im Frontzahnbereich, den Platz für die fehlenden Zähne offenzuhalten bzw. zu öffnen und später mittels Implantaten versorgen zu lassen. In der Regel wird diese Endversorgung durch Ihren Hauszahnarzt oder einen Kieferchirurgen durchgeführt. Retentionsphase Die „Stabilisierungsphase“ im Anschluss an alle erfolgten Veränderungen ist der meist unterschätzte und doch vielleicht wichtigste Behandlungsabschnitt überhaupt. Um auch in schwierigen Fällen Stabilität zu erreichen, gibt es eine Vielzahl ausgezeichneter Apparaturen und Behandlungsmöglichkeiten wie z.B. Retentionsplatten, individuelle Positioner oder unsichtbare Kleberetainer. Das wichtigste Kriterium für ein gutes, stabiles Behandlungsergebnis bleibt aber eine hervorragende Mitarbeit durch den Patienten auch in dieser späten Behandlungsphase. Selbstverständlich wird zum Ende der Behandlung eine genaue Beurteilung der Lage und Prognose der Weisheitszähne durchgeführt. Probleme während oder nach der Behandlung Jede Behandlung wird sorgfältig und kompetent durch uns Fachzahnärzte geplant und ausgeführt bzw. überwacht. Trotzdem ist es schwierig, den Verlauf einer kieferorthopädischen Behandlung bis ins letzte Detail vorherzusagen. Deswegen wird der Behandlungserfolg regelmäßig ca. einmal pro Jahr genau mittels einer Zwischendiagnostik mit Kiefermodellen, Röntgenbildern etc. überprüft. Diese regelmäßige Kontrolle dient dazu, rechtzeitig zu erkennen, ob die geplante Vorgehensweise evtl. geändert und an die aktuelle Situation angepasst werden muss. Ein weiteres Problem kann die Stabilität des erreichten Behandlungsergebnisses sein. Die Stabilitätsprognose stellt auch für einen erfahrenen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie oft eine schwierigere Aufgabe als die eigentliche aktive Behandlung dar. Wir setzen keine „feste“ Krone oder Zahnfüllung ein, wir „verändern ein sich immerwährend veränderndes System“. So ist es Ihre Aufgabe, nach Abschluss der Behandlung die Zähne zu beobachten, und – wenn Sie Veränderungen feststellen sollten – uns möglichst zeitnah in unserer Praxis aufzusuchen, um weitere Möglichkeiten zur Optimierung des Behandlungsergebnisses diskutieren und einzuleiten zu können.

Warum sind manche Termine vormittags?

Da die meisten unserer Patienten schulpflichtig sind, finden die Behandlungen in der Regel nachmittags statt. Bestimmte Termine, wie das Einbringen und Entfernen festsitzender Apparaturen, aufwendigere Behandlungsumstellungen oder andere zeitraubende therapeutische Leistungen sowie manche Beratungen oder Besprechungen müssen – v.a. auch in Ihrem Interesse – vormittags stattfinden um eine wirklich gute Qualität gewährleisten zu können.

Was ist das sog. 'Kieferorthopädische Indikationssystem' (KIG) und wie wirkt es sich aus?

Seit 2002 wird die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse – nicht die Behandlungsbedürftigkeit des betroffenen Patienten – nach einem sog. „kieferorthopädischen Indikationssystem“ (KIG) beurteilt. Dabei wird lediglich abgegrenzt, ob Ihre Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen muss oder nicht. Eine Beurteilung der Frage, ob die kieferorthopädische Behandlung medizinisch notwendig ist, steht nicht zur Debatte. Bei der Beurteilung nach dem “KIG-System” muss Ihr Fachzahnarzt für Kieferorthopädie die Zahn- und Kieferstellung nach einem vorgegebenen Schema „benoten“: bei einer Einstufung in Grad 1 oder 2 müssen Sie für die gesamten Behandlungskosten selbst  aufkommen, bei Grad 3 bis 5 ist Ihre Krankenkasse leistungspflichtig. Dabei hat die kassenzahnärztliche Behandlung gemäß § 4.1, 1 SGB V (BMV-Z) nach den Grundsätzen  „ausreichend, zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich“ zu erfolgen. Das bedeutet in der Praxis, dass nur eine „notwendige“ Auswahl an Behandlungsmethoden und auch nur wenige, ausgesuchte Behandlungsmittel („Spangen“) bei der Behandlung gesetzlich Krankenversicherter zur Anwendung kommen können. Sollten Sie für Ihre Behandlung mehr als nur die „notwendigen“ Leistungen wünschen, oder sollten über diese Grundversorgung hinausgehende Leistungen notwendig werden, sind die Differenzkosten zu den gesetzlichen Leistungen selbst zu tragen oder mittels einer privaten Zahnzusatz-Versicherung abzudecken. In unserer Praxis wird das von uns vorgeschlagene Behandlungskonzept vor Beginn der Behandlung in einem sehr ausführlichen Zusatztermin mit Ihnen besprochen. Um Ihnen eine wirklich gute Behandlung zu ermöglichen, bieten wir Ihnen gerne eine Ratenzahlung an.

Was versteht man unter sogenannten funkionskieferorthopädischen Apparaturen?

Funktionsregler n. Fränkel (Foto: Fa. Dentaurum)

Funktionsregler n. Fränkel (Foto: Fa. Dentaurum)

Dies sind herausnehmbare Apparaturen, welche lose im Mund getragen werden (z.B. Aktivator, Bionator, Fränkel-Apparaturen etc.). In der Regel werden mittels derartiger Geräte während der jugendlichen Hauptwachstumsphasen Fehlbisse wie Vor- oder Rückbisse ausgeglichen sowie muskuläre Fehlfunktionen normalisiert.

Festsitzende Zahnspange – wie ist das und habe ich Schmerzen?

Unter Multibandapperaturen versteht man festsitzende Apparaturen, bei welchen die kieferorthopädischen Behandlungselemente, sog. Bänder und/oder Brackets, direkt auf die Zähne zementiert oder geklebt werden. Mit festsitzenden Spangen können Zähne sehr genau und gezielt in allen drei Richtungen des Raumes bewegt werden. Die Therapiemöglichkeiten sind damit also weitaus komplexer und umfassender als mit aktiven Platten.

(Foto Steinhardt + Steinhardt)

(Foto Steinhardt + Steinhardt)

Mit dem Einbringen festsitzender Zahnspangen werden die Zähne sofort unter leichtem, ständigem Druck bewegt. Die Zähne reagieren darauf mit einer Art „Muskelkater“, sie sind also anfangs etwas schmerzempfindlich. Wie bei einem richtigen Muskelkater verschwinden diese Beschwerden nach 2 bis 4 Tagen (bei erwachsenen Patienten evtl. etwas später) und treten in der Regel während der gesamten Dauer der Therapie nicht wieder auf. Behandlungen mit Multibandapparaturen setzen eine sehr gute Mundhygiene voraus. Ist diese gewährleistet, werden durch die festsitzenden Apparaturen keinerlei Schäden an den Zahnoberflächen verursacht. Allerdings ist es angebracht, zur unterstützenden Begleitung einer solchen Behandlung ein- oder mehrmals eine professionelle Zahnreinigung (“PZR”) durch kieferorthopädisches Fachpersonal durchführen zu lassen.

Was gibt es für 'unsichtbare' Zahnspangen?

Immer wieder wurde und wird versucht, kieferorthopädische Behandlungsmittel und Verfahren zu entwickeln, welche „unsichtbar“, also für die Mitmenschen nicht wahrnehmbar sind. Relativ verbreitet ist z.B. der Einsatz zahnfarbener (Keramikbrackets) oder an den Innenseiten der Zähne befestigter festsitzender Apparaturen (linguale Brackets, z.B. IncognitoTM).

Eine in dieser Hinsicht wirklich zufriedenstellende Lösung bietet die von uns seit einigen Jahren erfolgreich angewandte Aligner-Therapie. Unsichtbare Zahnspangen (Aligner-Therapie)

Aligner sind nahezu unsichtbare, herausnehmbare und sehr dünne Schienen, welche sich v.a. für erwachsene Patienten relativ mühelos in den Alltag und in das Berufsleben integrieren lassen.

Foto Fa. Rasteder KFO

(Foto Fa. Rasteder KFO)

So können diese zum Essen, bei der Zahnpflege oder auch bei wichtigen Ereignissen (Meetings, Hochzeit etc.) leicht herausgenommen werden.

Auch hier gibt es eine Vielzahl an Systemen, z.B. “In-Line®-Therapie, „Invisalign®“ etc., wobei das grundsätzliche Vorgehen relativ ähnlich ist. Vor Beginn der Therapie wird die Stellung Ihrer Zähne über angefertigte Kiefermodelle mittels einer speziellen Software eingescannt. Danach wird das Behandlungsziel festgelegt und die Zähne per Computer schrittweise in diese Richtung bewegt (3D-Technik). Für jeden Behandlungsschritt werden über die EDV durchsichtige, fast unsichtbare, herausnehmbare Schienen (“In-Line®“-Aligner) angefertigt. Entsprechend der Zahnfehlstellung erhalten Sie so eine mehr oder weniger umfangreiche Serie von Schienen. Diese Schienen werden – je nach System – ca. alle 4 bis 6 Wochen durch den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie kontrolliert und gewechselt.

Diese unsichtbaren Behandlungsapparaturen gewinnen vor allem in der modernen Erwachsenentherapie immer mehr an Bedeutung (click Button rechts oder unten: “Unsichtbare Zahnspangen Flyer Aligner”). So sind mittlerweile viele Zahnfehlstellungen mit sehr geringem Druck und nahezu schmerzfrei sowie für Ihre Umgebung nicht sichtbar zu korrigieren.

Bei mir liegen Zähne falsch im Kieferknochen und können nicht durchbrechen. Wie kann mir mein Kieferorthopäde helfen?

Die Verlagerung oder Retention von Zähnen tritt in überwiegender Mehrzahl bei den oberen Eckzähnen auf. Fast immer ist es einem erfahrenen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie möglich, derartige Zähne korrekt einzuordnen

Um verlagerte Zähne korrekt in den Zahnbogen einzuordnen, braucht es neben einem erfahrenen Behandler v.a. eine gründliche und sorgfältige Diagnostik sowie eine erfolgreiche Behandlungstechnik (“Easy-way”-Coil®).

In schwierigen Fällen empfehlen wir zusätzlich zu unserer umfangreichen Anfangsdiagnostik noch die Anfertigung eines 3D-Röntgenbildes nach der sog. DVT-Technik, um die genaue Lokalisation des betroffenen Zahnes bestimmen zu können.

Die zwischenzeitlich vorhandene Lücke wird während der Behandlung durch einen an der kieferorthopädischen Apparatur befestigten Ersatzzahn versorgt.

Wenn ich zusätzlich zur kieferorthopädischen Behandlung operiert werden muß, wo liegen die Risiken und was kann ich als Ergebnis erwarten?

Bei Patienten mit ausgeprägten Fehlbissen (Vor- oder Rück- und/oder Schiefbissen), welche die jugendliche Hauptwachstumsphase bereits durchlaufen haben, kann eine korrekte Stellung der Kiefer zueinander allein mit Zahnspangen in der Regel nicht mehr erreicht werden. Hier kann der Kieferchirurg helfen, indem er durch eine Operation die Kiefer – welche vorher vom Fachzahnarzt für Kieferorthopädie mittels einer Zahnspange ausgeformt wurden – korrekt zueinander bringt. Manchmal betreffen solche umfangreichen und schwierigen Therapien Erwachsene, welche in ihrem Leben niemals die Chance auf eine kieferorthopädische Behandlung im Jugendalter erhalten hatten. Häufig sind es aber auch Jugendliche, welche zu spät einer kieferorthopädischen Erstuntersuchung zugeführt wurden oder während einer Behandlung zum richtigen Therapiezeitpunkt ihre „Spangen“ nicht oder nur unzureichend getragen haben. Die notwendige kieferchirurgische Operation wird in der Regel erst nach dem vollständigen Abschluss des Kiefer-/Gesichtswachstums (also frühestens mit 18 bis 19 Jahren) durchgeführt. Wir arbeiten bei kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Eingriffen seit über 20 Jahren und weit über 500 Behandlungsfällen mit exzellenten Kieferchirurgen zusammen und haben vielen Patienten helfen können. Risiken, welche jeder chirurgische Eingriff mit sich bringt, werden vor Beginn der Behandlung genauestens mit Ihnen besprochen.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Wie werde ich am besten behandelt?

Die kieferorthopädische Behandlung von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen mit LK(G)-Spalten stellt eine hohe Herausforderung an Patient und Behandler dar und kann nur in einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fachrichtungen zum Erfolg führen. Die Betreuung und Behandlung im Baby- oder Kleinkindalter sollte dabei unserer Erfahrung nach idealerweise an den entsprechenden (Uni-) Kliniken erfolgen, da sich in einer einzelnen Praxis eine umfassende Betreuung der kleinen Patienten in der Regel sehr schwierig gestaltet. Der beste Zeitpunkt zur Vorstellung in der kieferorthopädischen Fachzahnarztpraxis liegt ca. ein Jahr vor der Einschulung. Zu dieser Zeit und danach können wir sämtliche weiteren Maßnahmen hervorragend koordinieren und auch durchführen. Aufgrund unserer langjährigen universitären Ausbildung und nach vielen erfolgreich durchgeführten Behandlungen in unserer Praxis haben wir viel Erfahrung mit der Behandlung von LK(G)-Spalten-Patienten, darüber hinaus verfügen wir sehr gute Kontakte zu den entsprechenden Universitätskliniken (v.a. die Universitäten Regensburg und Erlangen/Nürnberg), aber auch zu diversen anderen Einrichtungen.

Fragen zu Ihrer Krankenkasse und zu anderen Kostenerstattern

Brauche ich meine Krankenversichertenkarte?

Ja. Ihre Krankenversichertenkarte sollten Sie bei jedem Termin dabeihaben.

Ich bin bei einer gesetzlichen Krankenkasse (AOK, TKK, BEK, LKK, BKK etc.) versichert. Wie stellt sich meine Krankenkasse zu meiner kieferorthopädischen Behandlung?

Kieferorthopädische Behandlungen werden durch die verschiedenen Versicherer oder Beihilfestellen nur dann bezuschusst oder bezahlt, wenn der Patient zu Beginn der Behandlung jünger als 18 Jahre ist. Die einzige Ausnahme stellt die kombiniert kieferorthopädisch/kieferchirurgische Therapie dar. Seit 2002 wird die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse – nicht die Behandlungsbedürftigkeit des betroffenen Patienten – nach einem sog. „kieferorthopädischen Indikationssystem“ (KIG) beurteilt. Dabei wird lediglich abgegrenzt, ob Ihre Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen muss oder nicht. Eine Beurteilung der Frage, ob die kieferorthopädische Behandlung medizinisch notwendig ist, steht nicht zur Debatte. Bei der Beurteilung nach dem “KIG-System” muss Ihr Fachzahnarzt für Kieferorthopädie die Zahn- und Kieferstellung nach einem vorgegebenen Schema „benoten“: bei einer Einstufung in Grad 1 oder 2 müssen Sie für die gesamten Behandlungskosten selbst  aufkommen, bei Grad 3 bis 5 ist Ihre Krankenkasse leistungspflichtig. Dabei hat die kassenzahnärztliche Behandlung gemäß § 4.1, 1 SGB V (BMV-Z) nach den Grundsätzen  „ausreichend, zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich“ zu erfolgen. Das bedeutet in der Praxis, dass nur eine „notwendige“ Auswahl an Behandlungsmethoden und auch nur wenige, ausgesuchte Behandlungsmittel („Spangen“) bei der Behandlung gesetzlich Krankenversicherter zur Anwendung kommen können. Sollten Sie für Ihre Behandlung mehr als nur die „notwendigen“ Leistungen wünschen, oder sollten über diese Grundversorgung hinausgehende Leistungen notwendig werden, sind die Differenzkosten zu den gesetzlichen Leistungen selbst zu tragen oder mittels einer privaten Zahnzusatz-Versicherung abzudecken. In unserer Praxis wird das von uns vorgeschlagene Behandlungskonzept vor Beginn der Behandlung in einem sehr ausführlichen Zusatztermin mit Ihnen besprochen. Um Ihnen eine wirklich gute Behandlung zu ermöglichen, bieten wir Ihnen gerne eine Ratenzahlung an.

Was ist das sog. 'Kieferorthopädische Indikationssystem' (KIG) und wie wirkt es sich aus?

Seit 2002 wird die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse – nicht die Behandlungsbedürftigkeit des betroffenen Patienten – nach einem sog. „kieferorthopädischen Indikationssystem“ (KIG) beurteilt. Dabei wird lediglich abgegrenzt, ob Ihre Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen muss oder nicht. Eine Beurteilung der Frage, ob die kieferorthopädische Behandlung medizinisch notwendig ist, steht nicht zur Debatte. Bei der Beurteilung nach dem “KIG-System” muss Ihr Fachzahnarzt für Kieferorthopädie die Zahn- und Kieferstellung nach einem vorgegebenen Schema „benoten“: bei einer Einstufung in Grad 1 oder 2 müssen Sie für die gesamten Behandlungskosten selbst  aufkommen, bei Grad 3 bis 5 ist Ihre Krankenkasse leistungspflichtig. Dabei hat die kassenzahnärztliche Behandlung gemäß § 4.1, 1 SGB V (BMV-Z) nach den Grundsätzen  „ausreichend, zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich“ zu erfolgen. Das bedeutet in der Praxis, dass nur eine „notwendige“ Auswahl an Behandlungsmethoden und auch nur wenige, ausgesuchte Behandlungsmittel („Spangen“) bei der Behandlung gesetzlich Krankenversicherter zur Anwendung kommen können.

Was ist der sogenannte kieferorthopädische Qualitätsvertrag?

Seit einigen Jahren haben sich mehrere bayerische Krankenkassen, die bayerischen Fachzahnärzte für Kieferorthopädie sowie die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) auf einen sog. „Kieferorthopädischen Qualitätsvertrag“ geeinigt. Versicherte dieser Krankenkassen haben damit einen Anspruch auf umfassendere kieferorthopädische Leistungen als alle anderen gesetzlich Versicherten. Der Ausschluss der Leistungspflicht nach dem “KIG-System” gilt zwar auch hier, aber der Umfang und die Qualität der garantierten kieferorthopädischen Leistungen und damit einhergehender Serviceleistungen erreicht beinahe das Niveau privater Krankenversicherer. Versicherte dieser Krankenkassen müssen daher für eine optimale Behandlung mit eher geringen Zusatzkosten rechnen.

Was ist Prognath?

Prognath ist ein Kooperationsmodell für Kieferorthopädie, kieferorthopädische Operationen und Implantologie in Bayern mit den Standorten München, Bad Aibling, Neusäß bei Augsburg, Ingolstadt, Schrobenhausen, Nürnberg, Altdorf bei Nürnberg, Bad Reichenhall und Passau. Dieses Kooperationsmodell bietet Ihnen – als gesetzlich Versichertem – eine qualitativ hochwertige kieferorthopädische Behandlung nach neuesten Behandlungsmethoden und mit modernsten Materialien nahezu ohne private Zuzahlung (“IV” – Integrierter Versorgungsvertrag)*. Nur Patienten der Kooperationskassen AOK Bayern, TKK, BKK BMW sowie der bayerischen LKKs können an diesem Kooperationsmodell teilhaben und von diesen Vorteilen profitieren.

*Davon ausgenommen sind Sonderwünsche, z.B. zahnfarbene Brackets etc. Der vorab gesetzlich zu entrichtende Anteil in Höhe von 10 bzw. 20% wird nach erfolgreicher Behandlung ab kieferorthopädischem Indikationsindex (“KIG 3″) erstattet, mit gesetzlichem Einbehalt gemäß §29 Abs.2 SGB V.

Ich bin privat (beihilfeberechtigt) versichert. Wie stellen sich diese Kostenträger zu meiner kieferorthopädischen Behandlung?

Kieferorthopädische Behandlungen werden durch die verschiedenen Versicherer oder Beihilfestellen nur dann bezuschusst oder bezahlt, wenn der Patient zu Beginn der Behandlung jünger als 18 Jahre ist. Die einzige Ausnahme stellt die kombiniert kieferorthopädisch/kieferchirurgische Therapie dar. Grundsätzlich wird bei privat versicherten Patienten die Behandlungsbedürftigkeit durch den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie festgestellt und bestimmt. Die Behandlung kann nach beinahe jeder Behandlungsmethode und mit beinahe jeder Behandlungsapparatur durchgeführt werden, die Kosten werden in aller Regel übernommen. Trotzdem empfiehlt es sich, den Behandlungs- und Kostenplan dem Versicherer sowie ggf. der Beihilfestelle vor Behandlungsbeginn vorzulegen und genehmigen zu lassen. Beihilfestellen rechnen „gemäß oder in Anlehnung“ an die sog. GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) ab, bei einigen berechtigten Abrechnungspositionen Ihres Fachzahnarztes für Kieferorthopädie kann daher eine Erstattung durch Ihre Beihilfestelle nicht gewährleistet sein. Privatversicherer sind wie wir an die GOZ gebunden und die Erstattung erfolgt in der Regel problemlos.

Sollte ich eine private Zusatzversicherung für meine kieferorthopädische Behandlung abschließen und warum bezahlt diese manchmal nicht?

Private Zusatzversicherer können bei kieferorthopädischen Behandlungen, welche nicht unter die Leistungspflicht gesetzlicher Krankenversicherer fallen (KIG) oder bei notwendigen und/oder gewünschten Zusatzleistungen für gesetzlich Krankenversicherte eine große Hilfe sein. Haben Sie die Zusatzversicherung für sich oder Ihr Kind bereits vor einem ersten Kontakt mit dem Kieferorthopäden abgeschlossen und haben Sie eine Zusatzversicherung über kieferorthopädische Behandlungen (nicht Zahnarzttarif!) vereinbart, dann wird Ihre Versicherung in den meisten Fällen einen Teil der Kosten erstatten. Vorsicht ist geboten, wenn Sie die Zusatzversicherung zu einem späteren Zeitpunkt  abgeschlossen haben. In diesem Fall sollten Sie sich nach der einzuhaltenden „Sperrfrist“ erkundigen und die Zusage zur Übernahme kieferorthopädischer Behandlungskosten auf jeden Fall schriftlich bestätigen lassen. Eine gute Übersicht über die Leistungsfähigkeit privater Zusatzversicherer bietet die sog. “Waizmann-Tabelle”.

Was hat das mit den „Abschlagszahlungen“ auf sich?

Ihr Kieferorthopäde ist ein Zahnarzt – aber auch Kieferorthopäde. Ihr Zahnarzt versucht ein Problem dauerhaft, „statisch“ zu lösen (Zahnfüllung, Zahnersatz, Implantat etc.). Der Kieferorthopäde behandelt in ein „sich dauerhaft veränderndes System“. Seine Aufgabe ist es, zu erreichen, dass Ihre Zähne auch in der Zukunft (bei sich ändernden Gebiss-Bedingungen) noch „schön“ und funktionell perfekt eingestellt sind. Daher wird unsere Therapie (vom Gesetzgeber) doppelt gewertet. Einerseits, was sichtbar praktisch geleistet wird (“Spangen”, Auswechseln von Bögen, Anbringen von Brackets, Reparaturen etc.), andererseits die Behandlungsleistung als solche („Wissen wie es geht“), auf einer qualifizierten Ausbildung und langjähriger Erfahrung begründet. Das entscheidende Element in der Kieferorthopädie ist also nicht allein eine hervorragende Behandlungstechnik, sondern v.a. das Wissen um den Weg zu Ihrer eigenen schönen und funktionierenden Zahn-, Kiefer-und Gesichtsharmonie. Dieses ständige kontrollieren, planen und ggf. umstellen der Behandlung wird als Behandlungsleistung mit den Abschlagszahlungen vergütet. Diese Abschlagszahlungen, gemessen am Schwierigkeitsrad des Behandlungsfalls, werden vor Beginn der Behandlung mit der Krankenkasse (den Kostenträgern) abgeklärt und dementsprechend bezuschusst (gesetzlich Versicherte Bema-Pos. 119 a-d, privatversicherte und beihilfeberechtigte Patienten 6030 – 6090).

Gibt es die Möglichkeit, meine kieferorthopädische Behandlung in Raten zu bezahlen?

Leistungen, die Ihnen Ihre gesetzliche oder private Versicherung bzw. Ihre Beihilfestelle nicht erstattet, sind laut GOZ bzw. GOÄ trotzdem zu berechnen. Wir bieten Ihnen dazu, wenn gewünscht, eine Ratenzahlung an.

Selbst wenn Sie für die Kosten Ihrer kieferorthopädischen Behandlung in voller Höhe selbst aufkommen müssen, da die anfallenden Behandlungskosten von Ihrer Versicherung nicht übernommen werden, brauchen Sie dennoch nicht auf den Vorzug einer kieferorthopädischen Behandlung verzichten. Über unser moderates Ratenzahlungssystem können wir Ihnen Konditionen anbieten, die Ihnen eine entspannte Finanzplanung ermöglichen.

Fragen während der kieferorthopädischen Behandlung

Warum ist die Individualprophylaxe (“IP“) so wichtig?

Die regelmäßige und professionelle Reinigung aller Bereiche des Zahnes und des umgebenden Gewebes ist die Voraussetzung für den lebenslangen Erhalt der Zähne und sichert  auch den dauerhaften Erfolg einer zahnärztlichen Behandlung. So bringt eine regelmäßige und gründlich durchgeführte Individualprophylaxe (IP) mehr Lebensqualität und Komfort, denn sie sorgt für sicheren Schutz vor Karies und Parodontitis. Für die Individualprophylaxe sind unsere ausgebildeten Prophylaxe-Spezialistinnen zuständig. Während sog. „IP-Termine“ klären diese auf, helfen bei Problemen mit der Putztechnik sowie bei der Benutzung von Zahnseide und anderen Hilfsmitteln zur Mundhygiene. Darüber hinaus geben sie hilfreiche Ernährungstipps.

Warum ist die professionelle Zahnreinigung (“PZR”) so wichtig?

Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) ist der Hauptbestandteil der zahnmedizinischen Prophylaxe. Man versteht darunter eine mechanische Reinigung der Zähne, die deutlich über das hinausgeht, was man zu Hause selbst täglich erreichen kann.

In der Regel umfasst die PZR eine vollständige Entfernung weicher und auch mineralisierter Zahnbeläge soweit sie klinisch sichtbar und erreichbar sind. Abschließend sollten zum Schutz des Zahnschmelzes alle Zahnoberflächen mit einem speziellen Fluoridlack behandelt werden.

 Während der kieferorthopädischen Behandlung mit festsitzenden Behandlungsapparaturen ist die professionelle Zahnreinigung besonders wichtig, aber auch besonders aufwendig. So sollte das Entfernen und Wiedereinbringen der aktiven Drahtelemente, die Reinigung „um die Apparatur herum“ und die Fluoridierung mit einem speziell zur Oberflächenversiegelung bei festen Zahnspangen entwickelten Fluoridlack  während dieser Behandlungsphase möglichst durch kieferorthopädisches Fachpersonal erfolgen.

Wie setze ich meine Platten (“Spangen”) ein und wie nehme ich sie heraus?

Foto: Steinhardt + Steinhardt

“Platten” (Foto: Steinhardt+Steinhardt)

Die Unterkieferplatte setzt man in den Mund und drückt sie mit beiden Zeigefingern nachhaltig aber dennoch vorsichtig nach unten. Die Oberkieferplatte wird in den Mund gesetzt und ebenso mit den Daumen nach oben gedrückt, bis sie richtig sitzt. Manchmal kann man den richtigen Sitz der Platten hören. Achten Sie immer darauf dass die Apparatur richtig und schaukelfrei sitzt. Spangen dürfen niemals lose in den Mund genommen und durch einfaches Zubeißen in die richtige Lage gebracht werden. Es droht die Gefahr von Verletzung der Schleimhaut und Verbiegen oder Bruch der Platte oder Klammern (bitte keine Selbstreparaturversuche). Zum Herausnehmen sollte man das Anheben der Spange an den seitlichen Drahtelementen versuchen. Falls das nicht möglich ist, bitte vorsichtig den seitlichen Bereich des vorderen Bogen anheben, und dann mit der Zunge nach außen drücken. Achten Sie darauf, dass die durch den Speichel rutschige Spange nicht aus der Hand fällt. Spangen haben nichts in der Hosentasche verloren!

Wie lange soll ich meine herausnehmbare Zahnspange täglich tragen?

Je öfter und länger man seine Regulierung trägt, umso besser und schneller lässt sich das Gebiss regulieren. Um eine richtige Wirkung zu erreichen muss die Spange regelmässig jede Nacht und 4 – 5 Stunden am Tag getragen werden. Die Mindesttragedauer pro Tag beträgt also 14 Stunden. Natürlich kann die Platte auch länger getragen werden. Tragezeiten unter 30 Minuten sind wirkungslos. Es gibt keine zu lange, sondern nur eine zu kurze Tragezeit. Je intensiver eine solche Kieferregulierung getragen wird, umso besser, bequemer und schneller wird das Ziel erreicht. Nicht eingesetzt werden sollten die Platten beim Essen, Trinken, und beim Sport.

In meiner herausnehmbaren Zahnspange sind Schrauben. Was mache ich damit?

Wenn so eine Platte Schrauben hat, handelt es sich um eine Dehnplatte. Es kann sowohl der ganze Kiefer, als auch einzelne Segmente (Zähne) gedehnt und in andere Positionen gebracht werden. Die Spange wird über diese Dehnschrauben aktiviert. Der Behandler gibt einen Schlüssel dazu, mit dem man die Schrauben selber verstellen muss. Ersatzschlüssel sind in der Praxis kostenlos erhältlich. Die Dehnrichtung ist an der Schraube mit einem kleinen Pfeil erkennbar. Bei korrekter Tragedauer werden diese Schrauben jede Woche um eine Viertel Drehung aktiviert. Sollte die Platte nach dem Schrauben zu sehr drücken, dreht man diese einfach etwas zurück und aktiviert nach ein paar weiteren Tagen nach. Falls dann der zu starke Druck oder Schmerzen nicht nachlassen, bitte die KFO-Praxis aufsuchen. Bitte versuchen Sie nicht selbst etwas daran zu “reparieren”.

Wie reinige ich meine herausnehmbare Zahnspange am besten?

Während kieferorthopädischer Behandlungen ist wegen des allgemein erhöhten Kariesrisikos eine besonders gute Mundhygiene unbedingt erforderlich.  Zahnspangen sollten sofort nach dem Herausnehmen aus dem Mund mit einer Zahnbürste mittlerer Borstenhärte und mit Zahnpastageputzt werden (Vorsicht auf Verbiegen oder Herunterfallen). Wenn diese kieferorthopädischen Geräte nicht sofort im noch feuchten Zustand geputzt werden, trocknet der ionenhaltige Speichelan, und füllt die Räume der Platte, die nicht so putzzugänglich sind langsam mitZahnstein und Belägen. Zusätzlich kann man spezielle Reinigungstabletten oder auch Ultraschallgeräte verwenden. Viele Praxen oder Dental Labore bieten einen Reinigungsservice an.

Wie oft und warum muss ich zu meinem Kieferorthopäden zur Kontrolle?

Wenn die Regulierung zügig, erfolgreich und problemlos verlaufen soll, ist es unabwendbar, die abgesprochenen Termine und Behandlungsschritte einzuhalten. Zum einen ist es wichtig Probleme beim Tragen (Druckstellen, Scheuerstellen, Verbiegungen) auszuschalten, und zum anderen werden aufeinander aufbauende regulierende Maßnahmen vom Kieferorthopäden geplant und umgesetzt. Es ist normal, wenn eine Spange neu aktiviert wurde, dass ein ungewohnter Druck auf die Zähne allgegenwärtig ist. Dieser Druck bringt die Zähne in ihre neue Stellung und lässt nach einigen Tagen nach. Das Aussetzen des Tragens der Spange über einen längeren Zeitraum ist unbedingt zu vermeiden, da die Zähne das Bestreben haben in ihre ursprüngliche Stellung zurückzukehren. Das Aussetzen weniger Tage macht das Tragen mehrerer Monate zunichte – die Behandlung verlängert sich um eben diese Zeit (die Aktivierschrauben müssen entsprechend der Rückstellung zurückgedreht werden). Ein Verharren in der Dehnstellung ist weit besser als ein Nichttragen. Bei auftretenden Schmerzen, Verlust oder bei Beschädigungen der Spangen muss daher möglichst rasch die Praxis aufgesucht werden

Zahnspange und Kaugummi, geht das?

Bei einer lose im Mund sitzenden Spange wird das sicher schlecht funktionieren und man sollte es lassen. Bei festsitzenden Regulierungen mit Brackets oder Bändern ist es möglich und mit der nötigen Umsicht auch erlaubt, wenn es unbedingt sein muss. Allerdings sollten immer nur sehr kleine Mengen von zuckerfreiem (!) Kaugummi im Mund sein, um ein Umwickeln und Verkleben der kieferorthopädischen Apparaturen zu vermeiden.

Kann ich mit meiner Zahnspange weiterhin Sport betreiben?

Individueller Sportmundschutz - Halb-Individueller Sportmundschutz (l- Foto: Fa, Scheu-Dental, re. Foto: Fa. World of Orthodontics)

Individueller Sportmundschutz – Halb-Individueller Sportmundschutz
(li. Foto: Fa. Scheu-Dental, re. Foto: Fa. World of Orthodontics)

Ja. Herausnehmbare Zahnspangen werden beim Sport einfach nicht eingesetzt. Bei festsitzenden Zahnspangen kommt es auf die Sportart an: bei vielen Disziplinen wie z.B. Handball, Hockey, American Football etc. ist das Tragen eines Mundschutzes vorgeschrieben, aber auch bei vielen anderen Sportarten kann ein Mundschutz schwerwiegende Schäden für Ihre Zähne und Kiefer vermeiden helfen.

Ein professioneller Mundschutz, wie z. B. der Bioplast®- oder SD®-Ultra Braces- Sportmundschutz kann individuell für Sie hergestellt werden und bietet Ihnen Sicherheit und Schutz bei gleichzeitigem Tragekomfort. Dieser Sportmundschutz ist sportmedizinisch modifizierbar, erlaubt eine ungehinderte Mund- und Nasenatmung, ist geschmacksfrei und hat eine absolut glatte Oberfläche.

Kann ich mit meiner Zahnspange weiterhin mein Blasmusikinstrument spielen?

Ja. Bei herausnehmbaren Zahnspangen lassen Sie die Apparatur einfach beim Spielen weg. Bei festsitzenden Apparaturen haben Sie am Anfang ca. 1-2 Wochen Probleme mit der Umstellung, danach spielen Sie Ihr Instrument wie vorher. Ausnahme: Instrumente, die sehr weit „vorne“ gespielt werden (z.B. Querflöte), hier kann es zu einer längeren Eingewöhnungszeit kommen. Aber es gibt Möglichkeiten Ihnen zu helfen („Trompetenschutz“). Interessant: nach Entfernung der festsitzenden Spange brauchen Sie wieder diese ca. 1-2 Wochen um sich umzugewöhnen.

Fragen nach der kieferorthopädischen Behandlung

“Meine

Mit den dritten Molaren (“Weisheitszähnen”) gibt es häufig Probleme. Einerseits stellen sie sich oft nicht richtig in den Zahnbogen ein und müssen deshalb entfernt werden. Andererseits sind sie mitunter auch der Grund für Zahnverschiebungen nach Abschluß einer kieferorthopädischen Therapie. Wir führen am Anfang und auch während der kieferorthopädischen Behandlung in regelmäßigen Abständen (Röntgenkontrollen) eine “Weisheitszahn-Prognose” durch. Die Entscheidung über eine Entfernung oder über ein Belassen dieser Zähne treffen wir in der Regel bei Ihrem letzten Termin anhand des klinischen Befundes und der zu diesem Zeitpunkt angefertigten Röntgenübersichtsaufnahme (OPG). Ihr Hauszahnarzt wird selbstverständlich immer benachrichtigt.

Wie lange soll ich meine Zähne nach Abschluß der kieferorthopädischen Behandlung beobachten?

Dauerhaft schöne Zähne sind leider keine Selbstverständlichkeit. Die Kiefer “wachsen” auch im Erwachsenenalter noch und die Zahnstellung kann sich verändern. Wir Kieferorthopäden behandeln in ein “sich dauerhaft veränderndes System”. Sie sollten also Ihre Zahn- und Kieferstellung regelmäßig kontrollieren lassen und – wenn notwendig – ggf. nochmals Ihren Kieferorthopäden aufsuchen.

Kleberetainer (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

Kleberetainer (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

Manchmal können zusätzliche Apparaturen, wie z.B. der “unsichtbare Kleberetainer” sehr helfen.

Kann ich, wenn meine kieferorthopädische Behandlung abgeschlossen ist und sich die Zähne wieder verschieben, nochmal zu meinem Kieferorthopäden gehen?

Sie sollten nach Abschluß Ihrer kieferorthopädischen Behandlung regelmäßig “in den Spiegel schauen” und Ihre Zahnstellung vom Hauszahnarzt kontrollieren lassen. Wir Kieferorthopäden behandeln in ein “sich dauerhaft veränderndes System”, d.h. auch im Erwachsenenalter verändern sich Ihre Kiefer und somit Ihre Zahnstellung ggf. nochmals. Wenn Sie Zahnstellungsveränderungen bemerken, suchen Sie bitte unsere Praxis auf. Innerhalb der ersten 3 Jahre nach Abschluß der Behandlung werden wir Ihre Zahnstellung “auf “Kulanz” korrigieren (wenn Sie Ihre letzten Spangen verwahrt haben). Ist es länger her, müssen wir diese Korrekturen in Rechnung stellen und Sie werden die Kosten privat zu tragen haben. Sollten zusätzliche Apparaturen, wie z.B. ein “unsichtbarer Kleberetainer” notwendig werden,

Kleberetainer (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

Kleberetainer (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

müssen wir Ihnen auch diese Leistungen in Rechnung stellen.

Meine kieferorthopädische Behandlung ist beendet. Jetzt habe ich aber Zahnlücken, welche mein Zahnarzt erst im Alter von ca. 18 Jahren definitiv versorgen kann. Was kann mein Kieferorthopäde oder mein Zahnarzt tun?

Bisweilen kommt es vor, dass bei Menschen bleibende Zähne nicht angelegt sind, das heißt, von Geburt an fehlen.

Klebebrücke  -  "Snap-on-smile" (li- Foto: Steinhardt+Steinhardt, re. Foto: Firmenfoto)

Klebebrücke – “Snap-on-smile” (li- Foto: Steinhardt+Steinhardt, re. Foto: Firmenfoto)

Häufig sind davon die seitlichen Schneidezähne im Ober- oder die zweiten kleinen Backenzähne im Unterkiefer betroffen. Gesetzliche Krankenkassen bezahlen zur zwischenzeitlichen Versorgung nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung ausschließlich herausnehmbare „Lückenhalter“, d.h. herausnehmbare „Spangen“ mit einem daran befestigten Ersatzzahn – eine für einen Patienten im Pubertätsalter nicht wirklich befriedigende Lösung. Das Problem dabei ist, dass eine kieferorthopädische Behandlung Jugendlicher meist mit ca. 14 oder 15 Jahren beendet wird, während eine definitive Versorgung mittels Implantaten in der Regel erst im Alter von ca. 18 Jahren erfolgen kann. Alternativ bieten sich als weniger auffällige – und damit bei den Jugendlichen deutlich bevorzugte Lösung – bei fehlenden Schneidezähnen eine zwischenzeitliche Versorgung mittels einer Klebebrücke (modifizierte „Maryland“-Brücke), bei Lücken im Seitenzahnbereich eine Versorgung mittels festsitzendem Lückenhalter an. Eine neue Methode stellt das sogenannte “Snap-on Smile®”-System dar. Hierbei wird die Lücke über einen „aufsteckbaren“ Kunststoffzahn provisorisch geschlossen.

Weitere Fragen

Was genau ist ein Positioner?

Ihre Zähne sind während der Therapie mit einer festsitzenden Multiband- oder Multibracketapparatur – und somit auch zum Zeitpunkt der Entfernung dieser Geräte – „locker“. Diese Tatsache nutzt das Behandlungskonzept des Positioners aus.

Positioner (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

Positioner (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

Mit diesem Gerät wird die Zahnstellung, welche zum Ende der festsitzenden Behandlung erreicht wurde, nicht nur stabilisiert, sondern der Positioner ermöglicht es, die Zähne während dieser Endphase der Behandlung in eine noch idealere Position zu bringen.

Diese ideale Position – individuell abgestimmt auf Ihr Kauorgan – wird sowohl klinisch als auch im zahntechnischen Labor bestimmt und in ein spezielles Simulationsgerät übertragen. Dabei wird jede Kiefer- und Kaubewegung naturgerecht nachgeahmt und die individuellen Bewegungsabläufe werden mit der gewünschten idealen Positionierung der Zähne abgestimmt.

Durch das Tragen des Positioners „setzen“ sich die „lockeren“ Zähne dann in das Gerät hinein und werden so der angestrebten Ideal-Position angepasst. Am Ende dieser Schlussphase Ihrer kieferorthopädischen Therapie haben Ihre Zähne selbstverständlich wieder den gleichen Festigkeitsgrad wie zu Beginn der Behandlung.

Was genau ist ein sogenannter „unsichtbarer“ Kleberetainer?

Dauerhaft schöne Zähne sind leider keine Selbstverständlichkeit – selbst Jahre nach einer Kieferregulierung. Die Zähne neigen dazu, in Richtung ihrer alten Stellung zurückzuwandern. Das muss aber nicht sein. Die kieferorthopädische Langzeitstabilisierung ist der ideale Weg zum dauerhaft schönen Gebiss.

Kleberetainer (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

Kleberetainer (Foto: Steinhardt + Steinhardt)

Der unsichtbare Kleberetainer wird an der Zahninnenseite perfekt anliegend geklebt. Der Draht ist bequem und von außen völlig unsichtbar zu tragen. Empfehlenswert sind allein jährliche Kontrollen auf korrekten Sitz. V.a nach einer kieferorthopädischen Behandlung erwachsener Patienten empfehlen wir diesen Retainer über lange Zeit zu tragen.

Sind sogenannte Mini-Implantate manchmal wirklich notwendig?

In den letzten Jahren hat der Anteil erwachsener Patienten, die eine kieferorthopädische Behandlung wünschen, stark zugenommen. Bei erwachsenen Patienten werden herkömmliche Behandlungsmethoden – wie sie bei Jugendlichen angewendet werden – häufig nicht toleriert (Beruf etc.). Eine hinreichend stabile und belastbare Verankerung ist jedoch oft eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche kieferorthopädische Therapie. Die skelettale Verankerung, insbesondere mit Hilfe von Mini-Implantaten, erweist sich in solchen Fällen als sehr vorteilhaft und hat wegen ihrer Unabhängigkeit von der Mitarbeit der Patienten („Compliance“) das Behandlungsspektrum erweitert. Mini-Implantate werden bei uns eingesetzt für: – die Distalisierung oder Aufrichtung von Backenzähnen – die Verankerung von Backenzähnen im Oberkiefer – die Einordnung retinierter und verlagerter Zähne – sowie die Nutzung des Systems als temporärer Zahnersatz. Eingesetzt werden diese Mini-Implantate grundsätzlich durch Ihren Hauszahnarzt oder einen Kieferchirurgen.

Wie ist das mit dem CMD-Syndrom (Kiefergelenks-, Kopf- und/oder Gesichtsschmerzen etc.) sowie dem Zähneknirschen? Kann mir mein Kieferorthopäde helfen?

Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie definiert CMD als Sammelbegriff für eine Reihe klinischer Symptome der Kaumuskulatur und/oder des Kiefergelenks sowie der dazugehörenden Strukturen im Mund- und Kopfbereich.

Im engeren Sinne handelt es sich dabei um Schmerzen der Kaumuskulatur („myofaszialer Schmerz“), Verlagerungen der Knorpelscheibe im Kiefergelenk („Diskusverlagerung“) und entzündliche oder degenerative Veränderungen des Kiefergelenks („Arthralgie, Arthritis und Arthrose“) sowie damit einhergehender Beschwerden wie Kopfschmerzen, Tinnitus etc. Eine weitere Symptomatik betrifft den sog. „Bruxismus“ („Zähneknirschen“).

Wir haben seit über 30 Jahren Erfahrung in der Behandlung des CMD-Syndroms und gehen dabei sehr schonend und behutsam vor. Wir beherrschen die Methoden der manuellen wie der instrumentellen Funktionsanalyse und helfen Ihnen gerne. Darüber hinaus bestehen exzellente Kontakte zu spezialisierten Ärzten oder Spezialkliniken, die Ihnen in besonders schwierigen Situationen weiterhelfen können.

Wie ist das mit dem Bleaching (Zahnaufhellung)?

Weiße Zähne wirken attraktiv – ein schönes Lächeln kann Wunder bewirken.

Bleaching-komplett

Vorher – Nachher (Foto: Fa. Philips/Sonicare)

So wie die Farbe Ihrer Haare ist auch Ihre Zahnfarbe genetisch festgelegt und bei jedem Menschen verschieden. Alter und äußere Einflüsse können die Zahnfarbe verändern. Beim Bleaching werden Farbpigmente im Zahn abgebaut, die Zähne werden so aufgehellt ohne den Zahnschmelz zu verletzen. Es können sowohl vitale als auch avitale (wurzelkanalbehandelte, oft dunkel verfärbte Zähne) ohne Langzeitschäden und ohne Substanzverlust gebleicht werden.
Man unterscheidet zwischen In Office- und Home- Bleaching: Beim In Office-Bleaching wird in der Praxis durch unser geschultes Fachpersonal gebleicht. Diese Praxistermine sind sehr aufwendig, genau und gründlich, da eine deutliche und v.a. gleichmäßige Aufhellung der Zähne erreicht werden muss. Mit dieser Behandlung sind sehr gute Farbaufhellungen der Zähne zu erzielen. Beim Home-Bleaching können Sie die Behandlung mit Hilfe speziell in der Praxis für Sie und für diese Anwendungen angefertigter Schienen zu Hause durchführen. Nach ausführlicher Anleitung durch unser geschultes Fachpersonal können Sie mit dieser Behandlung gute Farbaufhellungen Ihrer Zähne erreichen. Wichtig: Da der Erfolg eines guten und gleichmäßigen Bleichens der Zähne im Wesentlichen von der Beurteilung des aktuellen Gebisszustands sowie einer unbedingt vorher durchgeführten professionellen Zahnreinigung abhängt, empfiehlt es sich in jedem Fall, des Bleaching unter Aufsicht eines Fachmannes und keinesfalls in „Eigentherapie“ mit frei im Handel erhältlichen Produkten durchzuführen.

Meine Zähne sind fleckig und weisen Verfärbungen auf. Kann mir mein Kieferorthopäde helfen?

Fleckenhafte Verfärbungen der Zähne können sehr unterschiedliche Ursachen haben: beginnende Karies im Frühstadium, Medikamentengaben während der Schwangerschaft der Mutter, Erkrankungen im frühen Kindesalter, zu hohe Fluoridgaben etc.

Vorher - Nachher (Foto: Fa. DMG)

Vorher – Nachher (Foto: Fa. DMG)

In fast allen Fällen liegt dem Problem aber die gleiche Ursache zugrunde. Der Zahnschmelz hat eine Kristallstruktur und wie bei allen in der Natur vorkommenden Kristallen führt eine Veränderung dieser Struktur zu lokalisierten Flecken oder generellen Farbveränderungen. Mit der Methode der Kariesinfiltration (“ICON®“) sind wir in der Lage, die meisten derartiger Verfärbungen schonend und dauerhaft zu beseitigen. Ihre Zähne erscheinen Ihnen wie „neu“.

Kann mein Kieferorthopäde „Schnarchen“ behandeln?

"Schnarcherschienen" (li. Foto: Fa. Scheu-Dental, re. Foto: Fa. Dentamed)

“Schnarcherschienen” (Foto li.: Fa. Scheu-Dental,
Foto re.: Fa. Dreve/Dentamid)

Schnarchen und Schlaf-Apnoe stört nicht nur Ihre Mitmenschen oder Lebenspartner,  durch das Schnarchen wird der Körper nachts mit zu wenig Sauerstoff versorgt, der Schlaf ist weniger erholsam. Abgeschlagenheit, vermehrte Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sind mögliche Folgen. Die Hauptanzeichen sind Tagesmüdigkeit bei Erwachsenen sowie Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen. Liegt das Problem – was häufig der Fall ist – an einer Kieferfehllage, kann bei Kindern und Jugendlichen durch eine kieferorthopädische Behandlung, bei Erwachsenen durch Eingliederung einer sog. „Schnarcher-Schiene“ (“TAP®-Schiene” oder “DocSnoreNix®”-Schiene) geholfen werden. Zusätzlich sollte ein erfahrener HNO-Arzt und Pulmologe interdisziplinär zu Rate gezogen, werden falls der Schlaf-Apnoe andere Ursachen zugrunde liegen sollten. Risiken bestehen bei dieser Therapie keine.

Wie ist das mit der Logopädie (Sprech- und Sprachtherapie)?

Zwischen Zahnstellung, Kieferentwicklung, Gesamtkörperspannung, Mundschluss, Zungenfunktion sowie Sprech- und Sprachfunktionen herrschen vielfältige Wechselbeziehungen und ein störanfälliges Gleichgewicht. Nicht nur Früherkennung und frühzeitige Behandlung von Dysfunktionen sind wichtig, sondern – wegen der multikausalen Ursachen – auch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Denn die Fehlfunktionen werden mal von Logopäden, mal von Kinderärzten, mal von Zahnärzten/Kieferorthopäden, mal von HNO-Ärzten diagnostiziert. Oft behandeln die Berufsgruppen anschließend isoliert voneinander. Wir suchen und unterhalten bei logopädischen Fragestellungen Kontakt zu erfahrenen Kollegen und werden auch hier gerne versuchen, Ihnen zu helfen.

Ist es sinnvoll, beim Sport einen Mundschutz zu tragen?

Individueller Sportmundschutz - Halb-Individueller Sportmundschutz (l- Foto: Fa, Scheu-Dental, re. Foto: Fa. World of Orthodontics)

Individueller Sportmundschutz – Halb-Individueller Sportmundschutz (li. Foto: Fa, Scheu-Dental, re. Foto: Fa. World of Orthodontics)

Beim Sport sollten Sie an den Schutz Ihrer Zähne denken! Bei vielen Disziplinen, z.B. Handball, Hockey, American Football etc. ist das Tragen eines Mundschutzes vorgeschrieben, aber auch bei sehr vielen anderen Sportarten kann ein Mundschutz schwerwiegende Schäden für Ihre Zähne und Kiefer vermeiden helfen. Ein professioneller Mundschutz, wie z. B. der Bioplast® oder “SD®-Ultra Braces”-Sportmundschutz ird individuell für Sie hergestellt und bietet Ihnen Sicherheit und Schutz bei gleichzeitigem Tragekomfort. Er ist sportmedizinisch modifizierbar, erlaubt eine ungehinderte Mund- und Nasenatmung, ist geschmacksfrei und hat eine absolut glatte Oberfläche. Schützen Sie Ihre Zähne, fragen Sie uns.

Ich hätte gerne einen Zahnschmuck. Was ist dabei zu beachten und kann mir mein Kieferorthopäde helfen?

Zahnschmuck (Foto: Fa. Swarowski)

Zahnschmuck (Foto: Fa. Swarowski)

Wenn  Zahnschmuck wie zum Beispiel Schmucksteine, Dazzler oder Twinkles fachmännisch angebracht werden, schadet das den Zähnen normalerweise nicht. Der  Zahnschmelz wird vom Behandler punktuell angeätzt, damit der Klebstoff sich gut mit der Zahnoberfläche verbinden kann. Bei korrektem Vorgehen haftet dieser Spezialkleber sehr gut, man muss also auch beim Abbeißen harter Speisen nicht befürchten, dass der Zahnschmuck abgeschert wird. Der Zahn darf auf keinen Fall zur Schmuckaufnahme angebohrt werden. Eine Entfernung des Zahnschmucks ist in der Praxis problemlos möglich. Die Klebestelle wird anschließend wieder glatt poliert und mit Fluorlack gehärtet. Im Normalfall ist die Klebestelle danach nicht mehr sichtbar.